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bestechung Das Thema Korruption in Europa ist in jüngster Zeit wieder in de Fokus gerückt. Vor allem die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 brachte es mit sich, dass große Konzerne und Unternehmen deutlich weniger Interesse zeigten, gänzlich auf dem rechtlich korrekten Weg zu schreiten. Unter Korruption versteht man den Missbrauch einer besonderen Vertrauensstellung, damit materieller oder immaterieller Nutzen gezogen werden kann. Das am weitesten verbreitete Hilfsmittel zur Erlangen dieser besonderen Stellung ist Geld.

Doch Korruption ist nicht nur unter Geschäftsleuten und Managern der oberen Ebenen verbreitet, sondern auch unter "normalen" Angestellten. Laut Umfragen ist inzwischen jeder dritte Angestellte bereit, mit Hilfe von größeren Geschenken oder mit Geld der Auftragslage ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Vor allem Griechenland und Russland sind hier Vorreiter, hier wird vieles auf dem Geldwege geregelt. Frankreich und Norwegen hingegen sind in diesem Punkt die großen Vorbilder, bei denen es am ehrlichsten zugeht. Es wird davon ausgegangen, dass Korruption und insbesondere Bestechung weit verbreitet sind, egal, in welchem Geschäftsfeld gesucht wird. Selbst in der öffentlichen Verwaltung sind entsprechende Fälle bereits vorgekommen.

Die befragten Personen in einer Studie gaben zu etwa 40 Prozent an, dass die Korruption auf dem Vormarsch sei und begründeten das mit der Wirtschaftskrise. Die Länder, die am stärksten von der Krise betroffen waren oder immer noch sind, haben zudem das größte Bestreben, der Korruption Einhalt zu gebieten. Der Ruf nach einer stärkeren Überwachung wird hier immer lauter. Neben Griechenland sind es auch Irland, Spanien und Portugal, die für eine bessere Überwachung und für stärkere Maßnahmen gegen Korruption plädierten. Doch stellt sich das Problem, dass Korruption nicht ganz so einfach angegangen werden kann. Denn in nicht wenigen Ländern wird davon ausgegangen, dass hochrangige Politiker kein oder nur ein schwaches Interesse daran haben, Bestechlichkeit und Vorteilsnahme zu begegnen, weil sie selbst davon profitieren.