Eurobarometer-Umfrage zum Thema Korruption

 

intrigen Immer noch gilt die Korruption als wichtiges Problem innerhalb der Europäischen Union. Auch die letzte Eurobarometer-Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Einwohner der EU der Meinung ist, dass die Korruption in den letzten Jahren verstärkt aufgetreten ist. Während die einen der Meinung sind, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise schuld daran sei, sind andere wiederum davon überzeugt, dass sich das Problem aus anderen Gründen ohnehin nicht aus der Welt schaffen ließe. Rund ein Viertel aller Europäer geht davon aus, dass Korruption auf allen Regierungsebenen üblich ist. Acht Prozent der Befragten gaben sogar an, im letzten Jahr selbst mit Korruption oder Bestechung direkt konfrontiert worden zu sein.

Das Eurobarometer kommt daher zu dem Schluss, dass die Ergebnisse, die bei der Bekämpfung der Korruption angestrebt wurden, doch nicht erreicht werden konnten. Damit ist die Korruption eine der größten Herausforderungen für die Europäische Union und für Europa. Die Auswirkungen des Betrugs - Verringerung des Investitionsniveaus und Verzerrung des Binnenmarktes - treffen ganz Europa und nicht nur die Staaten, in denen der einzelne Fall von Bestechlichkeit oder Betrug gerade vorgekommen ist. Die öffentlichen Finanzen leiden darunter, wenn sich Unternehmen oder Politiker der Korruption hingeben. Pro Jahr wird mit Kosten von 120 Milliarden Euro für Korruption gerechnet.

Im Juni 2011 wurde nun ein Beobachtungs- und Bewertungsmechanismus eingeführt, der bei der Bekämpfung der Korruption helfen soll. Der erste Bericht zur Korruption ist für das Jahr 2013 geplant. Nun soll die Kommission dafür sorgen, dass weitere Rechtsvorschriften eingeführt werden, die den Kampf gegen Korruption unterstützen. So sollen genauere Kriminalitätsstatistiken oder bessere Strategien für die Bekämpfung eingeführt werden. Der Hintergrund für diese verstärkten Maßnahmen ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Annahme ist, dass die Korruption in den letzten Jahren sogar noch gestiegen ist, anstatt weniger zu werden. Auch wenn sich das durch die wirtschaftliche Krise begründen lässt, ist diese doch keine Entschuldigung dafür.